Netzentgelt
Auch: Netzkosten, Netzgebühren, Systemnutzungsentgelt, Netznutzungsentgelt
Kurz erklärt
Das Netzentgelt ist der Preis für den Transport von Strom oder Gas durch das Leitungsnetz bis zum Zähler. Es geht an den Netzbetreiber des jeweiligen Netzgebiets, wird von der E-Control verordnet und macht rund 30 Prozent der Stromrechnung aus.
Wofür das Netzentgelt bezahlt wird
Das Netzentgelt deckt Bau, Betrieb und Instandhaltung der Leitungen ab, über die Strom oder Gas bis zum Zähler kommt. Empfänger ist nicht der Lieferant, sondern der Netzbetreiber des Netzgebiets, in dem die Abnahmestelle liegt. Welcher Netzbetreiber das ist, hängt an der Adresse und nicht am Vertrag — er lässt sich nicht aussuchen. Am Gesamtpreis einer österreichischen Stromrechnung hat das Netzentgelt einen Anteil von rund 30 Prozent; weitere rund 30 Prozent entfallen auf Steuern und Abgaben, rund 40 Prozent auf den Energiepreis.
Woraus sich das Netzentgelt zusammensetzt
Laut E-Control setzt sich das laufend verrechnete Netzentgelt aus diesen Positionen zusammen, die auf der Rechnung getrennt ausgewiesen werden:
| Position | Einheit |
|---|---|
| Netznutzungsentgelt – Grundpreis | Euro pro Jahr |
| Netznutzungsentgelt – Arbeitspreis | ct/kWh |
| Netzverlustentgelt (nur Strom) | ct/kWh |
| Entgelt für Messleistungen | Euro pro Monat |
Alle diese Beträge verordnet die Regulierungskommission der E-Control. Sie sind je Netzgebiet unterschiedlich hoch, innerhalb eines Netzgebiets aber für alle Haushalte gleich und nicht verhandelbar; beim Entgelt für Messleistungen ist der verordnete Wert ein Höchstpreis, den der Netzbetreiber unterschreiten darf. Ein Netzverlustentgelt gibt es nur bei Strom, auf einer Gasrechnung fehlt diese Zeile. Dazu kommen zwei Entgelte, die nicht laufend, sondern beim Netzanschluss anfallen: das Netzzutrittsentgelt und das Netzbereitstellungsentgelt. Wie die Positionen auf der Abrechnung auftauchen, zeigt Stromrechnung lesen.
Ein Anbieterwechsel ändert am Netzentgelt nichts
Das Netzentgelt bleibt nach einem Wechsel des Lieferanten unverändert, weil Netzbetreiber, Leitung und Zähler dieselben bleiben. Wer zwei Angebote vergleicht, darf die Netzpositionen deshalb nicht mitvergleichen — sonst entstehen rechnerische Unterschiede, die es real nicht gibt. Der Ablauf eines Wechsels ist in Stromanbieter wechseln in Österreich beschrieben; wie viel beim Energiepreis tatsächlich zu holen ist, zeigt der Ersparnisrechner.
Ändern kann sich das Netzentgelt aus zwei Gründen: wenn die E-Control die Tarife neu verordnet, oder wenn ein Umzug in ein anderes Netzgebiet führt. Im zweiten Fall zahlt derselbe Haushalt bei identischem Verbrauch und identischem Liefervertrag ein anderes Netzentgelt.
Verwandte Begriffe
- NetzverlustentgeltDas Netzverlustentgelt ist ein Teil des Stromnetzentgelts und deckt jene Energie ab, die beim Transport im Leitungsnetz verloren geht. Es wird in Cent je Kilowattstunde verrechnet, von der E-Control verordnet und fällt nur bei Strom an, nicht bei Gas.
- MessentgeltDas Messentgelt ist der monatliche Fixbetrag für Errichtung, Betrieb und Ablesung des Zählers. Es steht auf der Rechnung meist als Entgelt für Messleistungen, gehört zum Netzentgelt und wird von der E-Control verordnet.
- NetzbetreiberDer Netzbetreiber betreibt Leitungen, Anschluss und Zähler in einem Netzgebiet und verrechnet dafür das Netzentgelt. Er ist nicht frei wählbar, sondern ergibt sich aus der Adresse, und bleibt bei einem Anbieterwechsel unverändert.
- ArbeitspreisDer Arbeitspreis ist der verbrauchsabhängige Teil des Strom- oder Gaspreises und wird in Cent je Kilowattstunde verrechnet. Auf österreichischen Rechnungen steht er zweimal: beim Energiepreis des Lieferanten und beim Netznutzungsentgelt.
- GrundpreisDer Grundpreis ist der verbrauchsunabhängige Fixbetrag einer Strom- oder Gasrechnung, ausgewiesen in Euro pro Jahr oder pro Monat. Er fällt auch dann an, wenn in einem Abrechnungszeitraum keine einzige Kilowattstunde verbraucht wird.