Netzverlustentgelt
Auch: Netzverluste, Entgelt für Netzverluste, Netzverlustentgelte
Kurz erklärt
Das Netzverlustentgelt ist ein Teil des Stromnetzentgelts und deckt jene Energie ab, die beim Transport im Leitungsnetz verloren geht. Es wird in Cent je Kilowattstunde verrechnet, von der E-Control verordnet und fällt nur bei Strom an, nicht bei Gas.
Was das Netzverlustentgelt abdeckt
Beim Transport durch das Stromnetz geht ein Teil der eingespeisten Energie verloren; laut E-Control können diese Netzverluste bis zu 7 Prozent des transportierten Stroms ausmachen. Der Netzbetreiber muss die Verluste ausgleichen und kauft die fehlende Energiemenge zu. Das Netzverlustentgelt ist die Position, über die er diese Beschaffungskosten verrechnet. Es ist eine von mehreren Komponenten des Netzentgelts und steht auf der Rechnung im selben Block wie das Netznutzungsentgelt und das Entgelt für Messleistungen. Verrechnet wird es in ct/kWh, also verbrauchsabhängig: Wer weniger Kilowattstunden bezieht, zahlt hier weniger.
Wo das Netzverlustentgelt auf der Rechnung steht
Der Netzblock einer österreichischen Stromrechnung besteht aus dem Netznutzungsentgelt (Grundpreis in Euro pro Jahr plus Arbeitspreis in ct/kWh), dem Netzverlustentgelt in ct/kWh und dem Entgelt für Messleistungen in Euro pro Monat. Zusammen machen diese Positionen rund 30 Prozent des Gesamtpreises aus. Auf einer Gasrechnung fehlt das Netzverlustentgelt: Laut E-Control gibt es diese Position nur bei Strom, Gaskunden wird sie nicht verrechnet. Welche Zeile wozu gehört, ist in Stromrechnung lesen aufgeschlüsselt.
Verbreiteter Irrtum: mit dem Lieferanten verhandelbar
Das Netzverlustentgelt hat mit dem Lieferanten nichts zu tun. Wie alle Netzentgelte wird es von der Regulierungskommission der E-Control verordnet, gilt je Netzgebiet einheitlich für alle Haushalte und ist weder verhandelbar noch durch einen Anbieterwechsel beeinflussbar. Wer nach einem Wechsel prüft, ob die Rechnung stimmt, sollte diese Position daher unverändert vorfinden — sie ändert sich nur, wenn die E-Control die Netztarife neu festsetzt oder ein Umzug in ein anderes Netzgebiet führt.
Sinken kann das Netzverlustentgelt für einen Haushalt nur über den Verbrauch. Der Hebel für die Kosten liegt woanders: beim Energiepreis, der rund 40 Prozent der Rechnung ausmacht und sich zwischen Anbietern um bis zu 60 Prozent unterscheidet. Die Größenordnung dazu steht in Was kostet eine kWh Strom in Österreich?, die eigene Ersparnis liefert der Ersparnisrechner.
Verwandte Begriffe
- NetzentgeltDas Netzentgelt ist der Preis für den Transport von Strom oder Gas durch das Leitungsnetz bis zum Zähler. Es geht an den Netzbetreiber des jeweiligen Netzgebiets, wird von der E-Control verordnet und macht rund 30 Prozent der Stromrechnung aus.
- MessentgeltDas Messentgelt ist der monatliche Fixbetrag für Errichtung, Betrieb und Ablesung des Zählers. Es steht auf der Rechnung meist als Entgelt für Messleistungen, gehört zum Netzentgelt und wird von der E-Control verordnet.
- NetzbetreiberDer Netzbetreiber betreibt Leitungen, Anschluss und Zähler in einem Netzgebiet und verrechnet dafür das Netzentgelt. Er ist nicht frei wählbar, sondern ergibt sich aus der Adresse, und bleibt bei einem Anbieterwechsel unverändert.
- ArbeitspreisDer Arbeitspreis ist der verbrauchsabhängige Teil des Strom- oder Gaspreises und wird in Cent je Kilowattstunde verrechnet. Auf österreichischen Rechnungen steht er zweimal: beim Energiepreis des Lieferanten und beim Netznutzungsentgelt.
- KilowattstundeEine Kilowattstunde (kWh) ist die Energiemenge, die ein Gerät mit 1.000 Watt Leistung in einer Stunde verbraucht. Strom und Gas werden in kWh abgerechnet; die E-Control rechnet beim Strom mit 3.500 kWh Jahresverbrauch.