Arbeitspreis
Auch: Verbrauchspreis, Energiearbeitspreis, Arbeitspreis Netznutzung
Kurz erklärt
Der Arbeitspreis ist der verbrauchsabhängige Teil des Strom- oder Gaspreises und wird in Cent je Kilowattstunde verrechnet. Auf österreichischen Rechnungen steht er zweimal: beim Energiepreis des Lieferanten und beim Netznutzungsentgelt.
Der Arbeitspreis wird mit jeder Kilowattstunde multipliziert
Der Arbeitspreis ist der Preis pro verbrauchter Kilowattstunde, angegeben in ct/kWh. Er wird mit dem abgerechneten Verbrauch multipliziert: Wer weniger verbraucht, zahlt hier automatisch weniger. Beim E-Control-Referenzverbrauch von 3.500 kWh pro Jahr für einen Stromhaushalt bedeutet ein um 1 ct/kWh höherer Arbeitspreis 35 Euro mehr im Jahr. Deshalb ist der Arbeitspreis die Position, auf die sich Tarifvergleiche zuerst stützen — allerdings nie allein, weil daneben immer ein verbrauchsunabhängiger Grundpreis steht.
Auf einer österreichischen Rechnung steht der Arbeitspreis zweimal
Der Begriff taucht in zwei verschiedenen Blöcken der Rechnung auf, und das führt beim Vergleichen regelmäßig zu Fehlern:
- Arbeitspreis beim Energiepreis — was der Lieferant für die gelieferte Energie verlangt. Diese Position legt das Energieunternehmen fest, und nur sie sinkt bei einem Anbieterwechsel.
- Arbeitspreis beim Netznutzungsentgelt — der verbrauchsabhängige Anteil des Netzentgelts. Diesen Betrag verordnet die Regulierungskommission der E-Control, er unterscheidet sich je Netzgebiet und ist nicht verhandelbar.
Wer zwei Angebote vergleicht, stellt ausschließlich den Energie-Arbeitspreis gegenüber. Welche Zeile auf der Abrechnung zu welchem Block gehört, zeigt Stromrechnung lesen.
Der niedrigste Arbeitspreis ist nicht automatisch der günstigste Tarif
Ein niedriger Arbeitspreis kann durch einen hohen Grundpreis aufgehoben werden. Entscheidend ist, was Arbeitspreis und Grundpreis zusammen beim eigenen Jahresverbrauch ergeben, und ob der ausgewiesene Preis netto oder brutto gemeint ist. In Österreich liegt der Gesamtpreis für Strom im Schnitt bei rund 29 ct/kWh brutto, gute Wechseltarife bei 19–27 ct/kWh, die Grundversorgung bei 30–42 ct/kWh — Details dazu in Was kostet eine kWh Strom in Österreich?.
Ein Anbieterwechsel senkt den Energiepreis typischerweise um 5–15 ct/kWh, bei 3.500 kWh Jahresverbrauch also um 175–525 Euro pro Jahr. Ob sich das im eigenen Fall auszahlt, lässt sich mit Jahresverbrauch und Jahresbetrag im Ersparnisrechner abschätzen.
Verwandte Begriffe
- GrundpreisDer Grundpreis ist der verbrauchsunabhängige Fixbetrag einer Strom- oder Gasrechnung, ausgewiesen in Euro pro Jahr oder pro Monat. Er fällt auch dann an, wenn in einem Abrechnungszeitraum keine einzige Kilowattstunde verbraucht wird.
- EnergiepreisDer Energiepreis ist der Teil der Rechnung, den der Lieferant für die gelieferte Energie verlangt — Arbeitspreis in ct/kWh plus Grundpreis in Euro pro Jahr oder pro Monat. Er macht rund 40 Prozent der Stromrechnung aus.
- NetzentgeltDas Netzentgelt ist der Preis für den Transport von Strom oder Gas durch das Leitungsnetz bis zum Zähler. Es geht an den Netzbetreiber des jeweiligen Netzgebiets, wird von der E-Control verordnet und macht rund 30 Prozent der Stromrechnung aus.
- KilowattstundeEine Kilowattstunde (kWh) ist die Energiemenge, die ein Gerät mit 1.000 Watt Leistung in einer Stunde verbraucht. Strom und Gas werden in kWh abgerechnet; die E-Control rechnet beim Strom mit 3.500 kWh Jahresverbrauch.
- JahresabrechnungDie Jahresabrechnung rechnet einmal im Jahr den tatsächlichen Energieverbrauch gegen die gezahlten Teilbeträge ab. Sie endet mit einer Gutschrift oder einer Nachzahlung und weist alle Preisbestandteile im Detail aus.