Zählpunkt
Auch: Entnahmestelle, Einspeisepunkt, Zählpunktbezeichnung
Kurz erklärt
Ein Zählpunkt ist die Stelle im Strom- oder Gasnetz, an der Energie an eine Anlage übergeben oder aus ihr eingespeist wird. Jeder Zählpunkt trägt eine eigene, dauerhafte Kennung und wird getrennt gemessen und abgerechnet.
Der Zählpunkt ist ein Ort im Netz, kein Gerät
Ein Zählpunkt ist die Stelle im Strom- oder Gasnetz, an der Energie an eine Anlage übergeben oder aus ihr eingespeist wird — im Haushalt also der Punkt, an dem der Strom ankommt und gemessen wird. Für Strom regeln das die Technischen und Organisatorischen Regeln für Betreiber und Benutzer von Netzen (TOR), seit 2. Mai 2024 im Dokument TOR Stromzähler. Dort ist festgelegt, dass der Netzbetreiber für jeden Zählpunkt eine eindeutige, nicht temporäre Bezeichnung vergibt: Sie kommt in seinem Netzgebiet nur einmal vor und wird auch dann nicht an eine andere Zählstelle weitergegeben, wenn die alte aufgelassen wird.
Daraus folgt der wichtigste Punkt: Der Zählpunkt bleibt derselbe, auch wenn sich alles andere ändert. Nach TOR Stromzähler darf die Zählpunktbezeichnung nach der Erstvergabe nicht mehr geändert werden — das gilt ausdrücklich auch bei Zählertausch, geänderter Postleitzahl und gesellschaftsrechtlichen Änderungen beim Netzbetreiber. Ein Anbieterwechsel ändert sie ebenfalls nicht — dabei wechselt nur, von wem Sie die Energie kaufen.
Ein Haushalt kann mehrere Zählpunkte haben
Strom und Gas laufen über getrennte Zählpunkte. Wer beides bezieht, hat zwei Kennungen und bekommt zwei Abrechnungen — auch dann, wenn beide Verträge beim selben Anbieter liegen. Nicht jede zusätzliche Zählerfunktion erzeugt dagegen einen eigenen Zählpunkt: Eine Einfach- oder Mehrfachtarifmessung, etwa Tag und Nacht, bekommt nach TOR Stromzähler nur eine Zählpunktbezeichnung, und auch getrennte Zähler für Wirk- und Blindenergie an einem Entnahmepunkt zählen als ein Zählpunkt. Anders ist es bei der Energierichtung: Je Energierichtung wird ein eigener Zählpunkt vergeben. Ein Haushalt mit Photovoltaik hat deshalb einen Zählpunkt für den Bezug und einen für die Einspeisung.
Wozu Sie den Zählpunkt brauchen
Praktisch begegnet Ihnen der Zählpunkt immer als Nummer: bei der Anmeldung nach einem Einzug, beim Anbieterwechsel, bei Abmeldung und Schlussrechnung und bei jedem Angebot, das auf Ihr Netzgebiet gerechnet ist. Denn die Netzentgelte werden von der Regulierungskommission der E-Control verordnet und sind je Netzgebiet unterschiedlich hoch. Ohne Zählpunkt bleibt ein Tarifangebot deshalb eine Schätzung. Wo die Nummer steht, zeigt Zählpunktnummer finden; welche Positionen daneben auf der Rechnung stehen, erklärt Stromrechnung lesen. Ob sich ein Wechsel bei Ihnen rechnet, sehen Sie mit Verbrauch und Gesamtpreis pro kWh im Ersparnisrechner.
Verwandte Begriffe
- ZählpunktnummerDie Zählpunktnummer ist die 33-stellige Kennung einer Entnahmestelle im österreichischen Strom- oder Gasnetz. Sie beginnt mit AT, steht auf der Jahresabrechnung und bleibt bei Zählertausch und Anbieterwechsel unverändert.
- ZählernummerDie Zählernummer ist die Kennung des Zählgeräts, das Ihren Verbrauch misst. Sie steht auf dem Typenschild am Zähler, ist deutlich kürzer als die 33-stellige Zählpunktnummer und ändert sich, sobald das Gerät getauscht wird.
- NetzbetreiberDer Netzbetreiber betreibt Leitungen, Anschluss und Zähler in einem Netzgebiet und verrechnet dafür das Netzentgelt. Er ist nicht frei wählbar, sondern ergibt sich aus der Adresse, und bleibt bei einem Anbieterwechsel unverändert.
- Smart MeterEin Smart Meter ist ein digitaler Stromzähler, der die Energiewerte im Intervall von 15 Minuten misst und mindestens täglich aus der Ferne ausgelesen wird. Eingebaut wird er vom Netzbetreiber des Netzgebiets, nicht vom Energieanbieter.